100 Jahre turnen in Hoheneck feierten die Turner und ließen die letzten 100 Jahre in 100 Minuten Revue passieren
Vom Arbeiterturnverein bis zur heutigen Oberliga
Kraft, Eleganz und perfektes Timing bewies die Turnabteilung der KSV Hoheneck am Samstagabend im Gemeindehaus. Die Jahresfeier war gleichzeitig eine Jubiläumsfeier Sportliche Höchstleitungen und gelungene Show.
Eine Riesenuhr auf der Bühne war das Symbol für das Programm unter den Fittichen der Leiterin der Turnabteilung Ula Grebenstein. Ihr gelang es, Originalität, Historie und Leistungssport zu einem harmonischen Gesamtwerk zu vereinen.
In der Sportkleidung des Arbeiterturnvereins bewältigten die Männer der Turnabteilung das erste Jahrzehnt von 1910-1920. Das Kommando zu Pyramiden und Schulterständen gab die Trillerpfeife, das Tempo, der Marsch „alte Kameraden“ vor.
Die 20er Jahre hatten eine besonder Bedeutung für den Stadtteil Hoheneck. 1926 wurde er zu Ludwigsburg eingemeindet, dafür wurde das Gemeindehaus gebaut und die Fußballabteilung wurde gegründet. Dazu wechselten die Gymnastikfrauen die Sportart und spielten den „Theodor im Fußballtor“.
Dann wurde das Publikum mit einem Medley der Comedian Harmonists in die 30er Jahre versetzt, perfekt inszeniert von Übungsleiterinnen unter der Leitung von Sabine Herrmann.
Die Zeit zwischen 1940 und 1950, als das Gemeindehaus zeitweise als Lazarett diente, hatte für den Hohenecker Verein eine besondere Bedeutung. Heinz Kleindieck lernte seine Martha kennen, die schon eifrig im Verein mitarbeitete und dann wurde eine für den Verein heute sehr wichtige Person geboren.
Drei Buchstaben am Kinderwagen der zum „Babysitter Boogie“ und mit Schnullern bewaffneten Turnerinnen im Schlafanzug über die Bühne geschoben wurde, reichten: „Ula“.
1950-1960 stand ganz im Zeichen des Elvis-Fiebers, das von den Gymnastik-Damen sexy dargeboten wurde.
1960 wurde die Turnabteilung endlich eine eigenständige Abteilung, dies wurde eindrucksvoll mit einer Gruppengymnastik dargestellt, während der Umbaupause wurde das Publikum zur Sitzgymnastik aufgefordert und dann flogen die Turnermädchen nur so vom Kasten auf das Trampolin und dann im Salto oder in der doppelten Schraube auf die dicke Matte.
Die Tanzgruppe „Dance Art“ unter der Leitung von Iris Boyd präsentierte die 70er Jahre im Disco-Fieber. Der „neuen deutschen Welle“ waren die 80er gewidmet, dargeboten von der Tanzgruppe „Dance Art Junior“.
Im Programm für die 90er, in denen die Sporthalle am Kugelberg gebaut wurde, war der „Brüller“ Vier Männer performten als in allen Genres bewanderte Tänzer „ Hier kommt Kurt“
Von Frank Zander. Moderator Martin Scheuermann der routiniert durch das Programm führte, war hier fast sprachlos.
Mit der Diashow „Impressionen aus den letzten 100 Jahren“ überbrückte die KSV eine Umbaupause für die Liga-Turnerinnen am Stufenbarren. Die Bühnenverhältnisse waren so beengt, dass sogar die Deckenlampen ummontiert werden mussten.
Das Publikum sah Höchstleistungen an zwei weit auseinander stehenden Holmen, von denen der hohe für die kleineren Mädchen nur durch Fliegen erreichbar war. Synchronturnen an beiden Holmen und spektakuläre Abgänge hatten den Adrenalinspiegel des Publikums immer noch weiter erhöht, als die Turngrazien der Turnabteilung mit einem Glas Orangensaft als imaginäres Turngerät das Geheimnis für ihre Nervenstärke preisgaben: äußerste Disziplin in allen Lebenslagen. Das Kommando für die Jonglage gab Ula Grebenstein: „Turner ans Gerät. Vorschwung, Rückschwung, Kippe. Felgumschwung, Unterschwung zum Stand. Wegtreten vom Gerät“. Damit war der „Tanz bis in die Nacht hinein“ eröffnet.
Langjährige Mitglieder, besondere Verdienste und für besondere sportliche Leistungen wurden geehrt:
Die goldene Ehrennadel für 40jährige Mitgliedschaft in der KSV Hoheneck erhielten: Sigrid Becker-Krainz, Armin Biedermann, Christel Josupeit, Hans-Joachim Krause, Gertrud Neidhart, Alice Weiser und Ingrid Zauner.
Für 25 Jahre Mitgliedschaft erhielten die silberne Ehrennadel: Thomas Münz, Ute Bihr, Christa Haller, Rolf Römer und Manfred Bauer.
Auf 10jährige Mitgliedschaft konnten schon Nadine Grebenstein, Elke Berger-Wulz, Brigitte Döderlein, Ingeborg Mair, Sandra Pysiewicz Christina Romminger und Andrea Siegmund zurück blicken und erhielten dafür die bronzene Ehrennadel.
Für besondere Verdienste in der Turnabteilung erhielt Hede Keinath die goldene Ehrennadel.
Die Vertreterin des Turngaues Neckar Enz Bärbel Vorrink konnte zwei verdiente Übungsleiterinnen ehren: Eva Speck, Leichtathletik und Prävention erhielt die silberne Ehrennadel des Turngaues Neckar Enz und die Mitgründerin und erfolgreiche Trainerin der Turn- und Talentschule Christine Neumann erhielt die bronzene Ehrennadel des Schwäbischen Turnerbundes.
Folgende Kinder sind schon zehn Jahre dabei: Lucas Bentele, Melanie Kraut, Oliver Lorenz, Julia Werner, Katharina Wulz.
Die KSV ist mit folgenden Turnerinnen als Erster in der Bezirksliga Nord in die Landesliga aufgestiegen: Jana Zolldann, Ann Marie Tulipan, Malin Miksch, Mariana Simelitidis und Katharina Müller.
Meister in der Verbandsliga und Aufsteiger in die Oberliga. Jenny Ganz, Sandrin Ziegler, Mona Ziegler, Sina Rieger, Sophia Holoch, Franziska Tulipan und Anja Haiber.
Gaumeister in der D-Jugend. Joana Lamatsch, Saskia Knoll, Fanni Hansen, Emily Käss, und Amelie Vohrer.
Für besondere Leistungen in der Leichtathletik: Leonie Schröpfer als Süddeutsche Vizemeisterin im Dreisprung, alle anderen mit mehreren Kreismeistertitel in verschiedenen Disziplinen: Melanie Flügel, Milena Kassner, Tommy Schnabel, Monika Brendle, Nina Duschek, Philipp Werner und Denise Füssinger.
An dieser Stelle möchte sich die Turnabteilung für ganz herzlich bei allen Übungsleitern, ehrenamtlichen Helfern und Eltern bedanken, die zum Gelingen dieses wunderbaren Abends beigetragen haben. Herzlichen Dank und ein wunderschönes Weihnachtsfest und auch im neuen Jahr wird die Turnabteilung wieder für ihre Fitness sorgen. UG